Sonntag, Januar 15, 2006

Verzichtet Hamburg auf die Deutsche Bahn?


Mehdorn geht leer aus - Bahnchef Hartmut Mehdorn kann seine Pläne zu den Akten legen, beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA und der Nahverkehrsgesellschaft Hamburger Hochbahn einzusteigen: Die Hansestadt hat die Gespräche abgebrochen, weil Mehdorn das Bahn-Hauptquartier nicht an Bahn-Hauptquartier nicht an die Elbe verlegen will. Die Geschäftsgrundlage sei damit entfallen, erklärte Ole von Beust.
"Wir betrachten deshalb unsere Gespräche mit dem Vorstand der Deutschen Bahn als beendet"
Hamburg prüfe nun Alternativen. Es gebe aber keinen Zeitdruck bei der Suche nach einem Partner. Ein Bahn-Sprecher lehnte jeden Kommentar dazu ab. Am Donnerstag hatten zwar Bahn und das Verkehrsministerium erklärt, ein Umzug der Konzernzentrale von Berlin an die Elbe stünde nicht mehr zur Debatte. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte allerdings auch deutlich gemacht, die Gespräche würden fortgeführt. Es gehe weiter um die Verlagerung zentraler Funktionen, womit in erster Linie die Führung der Logistiksparte verbunden wurde. Beust hatte ebenfalls zunächst erklärt, er wolle weiter über das vereinbarte Denkmodell verhandeln, das einen Umzug der Konzernleitung beinhalte. Er habe keine Indizien, dass die Bahn ihre Position verändert habe. Am Freitag erklärte Beust hingegen, er habe den Eindruck, die Bahn könne sich nicht durchsetzen. Das Unternehmen habe die Chance nicht genutzt, diesen Eindruck öffentlich zu korrigieren. Der Mediendienst Kress-Report berichtet unterdessen, die bisherige Leiterin der Kommunikation, Susanne Wegerhoff, werde von ihrer Funktion entbunden. Die Leitung werde nun von Ralf Klein-Bölting verantwortet, bislang Generalbevollmächtigter für das Konzern-Marketing. Die Bahn wollte sich auch hierzu nicht äußern. Der Senat veröffentlichte am Freitag ein Papier, das die Grundlage für die Gespräche gebildet habe. Darin verpflichtet sich die Bahn im Gegenzug zu einem schrittweisen Einstieg bis zur Mehrheitsbeteiligung bei der Hochbahn und Hamburger Hafen- und Lagerhausgesellschaft zu einem Umzug. "Die DB AG plant, ihre Konzernzentrale und ihre Führungsstruktur nach Auslaufen der Mietverträge in Berlin in einer Eigentumsimmobilie zu konzentrieren." Die Bahn werde dafür etwa € 400 Millionen investieren und 1'500 bis 2'000 Mitarbeiter dort beschäftigten. Die Bahn hatte im November eine Verlagerung ihrer Zentrale nach Hamburg angedeutet und damit eine wochenlange politische Debatte losgetreten. Die Bundesregierung lehnte die Pläne aber unter Verweis auf die Schwächung des Standorts Berlin-Brandenburg ab. Die bundeseigene Bahn ist mit 20'000 Mitarbeitern das größte Unternehmen der Region, die Zentrale allein beschäftigt knapp 1'000 Mitarbeiter. Allerdings hatte es auch in Hamburg Widerstand gegen einen Einstieg der Bahn gegeben. Die Betriebsräte der HHLA hatten einen mehrheitlichen Verkauf des Unternehmens abgelehnt. Verkehrspolitiker hatten kritisiert, durch eine Übernahme der Hochbahn durch die Bahn würde ein Wettbewerber im Kampf um Aufträge für den Nahverkehr entfallen. - Hamburg sagt der Bahn ab - Ole von Beust nimmt die nächste Bahn - Welt am Sonntag - Rheinische Post - Berliner Morgenpost - taz
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