Sonntag, November 06, 2005

Das Chaos erreicht nun auch die Pariser Innenstadt


Frankreich: Chaos ohne Ende - In Frankreich hat die Gewalt randalierender Jugendlicher in der Nacht zum Sonntag einen neuen Höhepunkt erreicht! In der zehnten Krawallnacht wurden in ganz Frankreich rund 1'300 Autos in Brand gesetzt. Im Zentrum von Paris flogen Molotow-Cocktails und wurden Autos angezündet. Insgesamt wurden mehr als 300 Personen festgenommen. In einem Pariser Vorort brannten zwei Schulen und in anderen Städten brannten Geschäfte und öffentliche Gebäude. In Evreux wurden ein Einkaufszentrum, zwei Schulen, ein Postgebäude und rund 50 Autos in Brand gesteckt. Dominique de Villepin hatte zuvor mit Ministern und einem ranghohen Moslem-Vertreter über die Lage beraten. Anwohner protestierten gegen die Ausschreitungen. In vielen Orten heulten in der Nacht die Sirenen, beißender Rauch stieg auf. Jugendliche warfen mit Steinen und Brandsätzen. Allein im Großraum Paris waren 2'300 zusätzliche Polizisten im Einsatz. Hubschrauber kreisten über der Stadt, um die Lage von oben zu beobachten und den Einsatz zu koordinieren. Bei Zusammenstößen zwischen randalierenden Jugendlichen und der Polizei in Evreux wurden einem Behörden-Vertreter zufolge mehrere Personen verletzt. In Toulouse seien Brandanschläge auf die Stadtbibliothek und ein Einkaufszentrum verübt worden. In der zehnten Nacht der Unruhen seien landesweit 1'295 Autos in Brandt gesteckt worden, davon allein 741 im Großraum Paris. Weiter sind 312 Personen festgenommen worden. Experten sehen in dem Ausbruch der Gewalt einen Ausdruck für die lang aufgestaute Wut vieler Jugendlicher nordafrikanischer oder schwarzafrikanischer Herkunft. Die Aggression richte sich gegen ihre Behandlung durch die Polizei, sowie gegen Rassismus, Arbeitslosigkeit und ihre Marginalisierung in der französischen Gesellschaft. Die Unruhen hatten in Pariser Vororten begonnen, nachdem sich zwei Jugendliche am 27. Oktober auf der Flucht vor der Polizei tödlich verletzt hatten. Danach hatten sich die Krawalle von Nacht zu Nacht über das Land ausgeweitet.
"Gewalt ist keine Lösung. Wenn die Krise vorbei ist, müssen wir die Ungerechtigkeiten, die es in einigen Bezirken gibt, angehen."
Zunächst müsse jedoch jede Provokation vermieden werden, damit die Lage nicht vollkommen außer Kontrolle gerate. In der Nacht zu Samstag waren bei Unruhen in mehreren Pariser Vororten sowie in den Städten Straßburg, Lille, Rennes und Toulouse rund 900 Autos in Brand gesteckt worden. Knapp 260 Randalierer wurden festgenommen. Nicolas Sarkozy selbst war ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem er die Jugendlichen als Abschaum bezeichnet hatte. Kommunisten und Grüne forderten ihn daraufhin zum Rücktritt auf. Bewohner der Problem-Städte verlangten eine Entschuldigung. In der Bevölkerung regte sich Protest gegen die Gewalt. Die Bewohner eines Vorortes demonstrierten am Samstag für ein Ende der Ausschreitungen. Durch das rund 80'000 Einwohner zählende Aulnay-sous-Bois zogen tausende Menschen, die ein Banner mit der Aufschrift "Nein zur Gewalt, ja zum Dialog" an ausgebrannten Autos vorbei durch die verwüsteten Straßen trugen. Zehnte Krawall-Nacht: 1300 Autos in Flammen - Mehr als 900 Autos angezündet - Rheinische Post - Die Welt - Netzeitung - Focus Online
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