Sonntag, Mai 08, 2005

Begann am 8. Mai 1945 der erste Tag der Demokratie in Berlin?


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Berlins Bürgermeister hat den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung von der Nazidiktatur gewürdigt. Bei der Eröffnung des "Tags für Demokratie" rief er am Samstag dazu auf, dem Rechtsextremismus entgegenzutreten. "Demokratie muss wehrhaft sein, wir werden uns wehren mit demokratischen Mitteln", sagte Wowereit. Anlass ist der 60. Jahrestag des Kriegsendes in Europa am 8. Mai 1945. Am Samstagmittag hatten sich mehrere Tausend Menschen am Brandenburger Tor eingefunden. Mit den zweitägigen Veranstaltungen will der Berliner Senat ein Zeichen gegen Rassismus und Intoleranz setzen. "Wir sind deshalb hier, weil wir wollen, dass die Demokratie siegt und nicht die Faschisten durchkommen.
Schon dreihundert Jahre früher, das entspricht fünf 60 jährigen Kondratieff Zyklen, erlebte Deutschland einen der längsten Religionskriege, den Dreissigjährigen Krieg
"Die hatten wir lange genug, und da haben wir Schreckliches erlebt". 19 Jahre alt sei sie gewesen, als der Krieg vor 60 Jahren zu Ende ging. Jetzt wolle sie ein Zeichen setzen gegen die für den 8. Mai angekündigte Demonstration von Neo-Nazis. Mit ihrer älteren Schwester ist sie zum Brandenburger Tor gekommen, wo Parteien, Gewerkschaften und Kirchen zusammen mit Tausenden anderen Berlinerinnen und Berlinern des Kriegsendes vor 60 Jahren gedenken. An den 8. Mai 1945 kann sich die 79jährige noch sehr gut erinnern: "Auf jeden Fall waren wir sehr froh, dass es endlich soweit war. Jeder hat damals gesagt: Lieber Brot und Salz - aber nicht mehr den Krieg. Es war eigentlich eine allgemeine Massenstimmung, dass jeder gesagt hat: Nur Schluss mit dem Krieg." Die wenigsten Besucher haben das Kriegsende und die schweren Jahre danach miterlebt - deswegen sitzen Zeitzeugen auf der großen Bühne neben dem Brandenburger Tor und berichten. Klaus Wowereit wurde erst lange nach dem Krieg geboren, erinnert an die Verpflichtung, die Demokratie immer wieder aufs Neue zu verteidigen: "Wir sind glücklich darüber, dass wir 60 Jahre lang in Frieden in Deutschland und in Europa gelebt haben. Aber eine Demokratie muss wehrhaft sein. Und eine Demokratie muss wachsam sein, damit das, was zu Zeiten der Nationalsozialisten in Deutschland passiert ist, nie wieder passieren kann - nicht in Deutschland und nicht in der ganzen Welt." Dazu soll der "Tag für Demokratie" beitragen. Auf großen Leinwänden wird am Sonntagnachmittag die offizielle Gedenkfeier von Bundestag und Bundesrat übertragen, auf der gleich nebenan im Reichstagsgebäude Bundespräsident Horst Köhler sprechen wird. Bundeskanzler Gerhard Schröder, der am Montag in Moskau zusammen mit dem russischen Präsidenten an der traditionellen Siegesparade teilnehmen wird, warnte unterdessen davor, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu relativieren. Der Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und ein würdiges Leben für alle sei die Lehre, die Deutschland aus seiner leidvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts gezogen habe. Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürften nie wieder eine Chance bekommen.

Erinnerung und Mahnung Fuldainfo
Tausende feiern „Tag für Demokratie” am Brandenburger Tor Rhein Zeitung
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