Montag, Januar 10, 2005

Harte Zeiten für Italiens Raucher


Spiegel Online
Ab heute strenges Rauchverbot in Italien
Schluss jetzt, nichts mehr wird verschoben. Italiens Gesundheitsminister Girolamo Sirchia hat sich durchgesetzt: Am Montag, ziemlich genau zwei Jahre nach der Verabschiedung im Parlament, tritt in Italien jenes Gesetz in Kraft, welches das Rauchen in Bars, Restaurants und Diskotheken verbietet. Darüber hinaus verordnet es «saubere Luft» am Arbeitsplatz, in Geschäften sowie in öffentlichen und privaten Büros mit Publikumsverkehr – etwa in Anwaltskanzleien, bei der Kosmetikerin oder beim Steuerberater. Wer dagegen verstösst, zahlt ein Bussgeld in Höhe von €25 bis €250; wer sich seine Zigarette in Gegenwart von Schwangeren oder von Kindern ansteckt, zahlt das Doppelte. Restaurateure und Barbesitzer beklagen sich und meinen, dass es sich um das strengste Gesetz in Europa handle. Sie regen sich darüber auf, dass sie bei einer Strafe von bis zu €2'200 das Rauchverbot in ihren Lokalen überwachen, Raucher anzeigen und die Polizei holen müssen. Die öffentliche Meinung steht jedoch auf der Seite der Gesundheit! Laut Marktforschungsinstitut Doxa unterstützen 86,7% der Italienerinnen und Italiener das Rauchverbot und nur 10% sind dagegen. Verbraucherschützer und Krebsforscher sprechen sich für das Verbot aus. Dagegen waren etwa der Verteidigungs- und der Umweltminister. Sie verlangten Hilfen für Raucher und lehnten Strenge ab. Auch wenn die Berufsverbände der Wirte und Detaillisten laut für einen weiteren Aufschub trommeln und vor Gericht ziehen wollen – in der Praxis sind zahlreiche Lokale schon vor Monaten den immer drängenderen Wünschen der Gäste gefolgt und haben freundliche Schilder aufgehängt: «Lassen Sie hier bitte das Rauchen, bevor wir es Ihnen verbieten müssen.» Dabei wussten viele nicht einmal zu sagen, ob das viel diskutierte und längst beschlossene Gesetz nun schon in Kraft getreten war oder nicht. Vor einem Jahr hat Italien zum Schutz der Jugendlichen den Betrieb von Zigarettenautomaten zwischen 7 und 21 Uhr verboten. Tabakwerbung ist in Italien untersagt. Die Eurostar- und Intercityzüge verkehren seit letztem Frühling rauchfrei. Rauchen darf man nach dem neuen Gesetz nur noch in Lokalen, die eine durch Mauern abgetrennte, mit automatischen Türen verschlossene und gut belüftete Raucherzone einrichten sind. Gegen Überfüllung dieser Räume muss die Maximalzahl der Benutzer klar ausgewiesen werden. Es sollen höchstens 10% der Restaurants über eine entsprechende Raucherzone verfügen.
ITALIENISCHES RAUCHVERBOT Grappa ohne Glimmstengel Spiegel Online
Italien: Caffè ohne Zigarette espace.ch
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