Donnerstag, November 25, 2004

Wird das Semantic Web das World Wide Web ersetzen?

Die Zukunft des Semantic Web
Die Klasse, nicht die Masse von Informationen ist heute für das Erlangen von Wettbewerbsvorteilen erfolgskritisch. Immer schwerer gestaltet sich jedoch angesichts von mittlerweile über 10 Milliarden Web-Sites der Zugang zu den meist unstrukturierten Inhalten des World Wide Web. Suchmaschinen reagieren auf eine Anfrage oft genug mit Tausenden von „Treffern“. Der Zenit klassischer Volltextsuche à la Google, Altavista oder Lycos ist überschritten. Mit dem „Semantic Web“ malt die Vision des WWW-Architekten Tim Berners-Lee deswegen die Zukunft eines nahezu Datenbank-ähnlichen Zuganges zu den Informationsräumen des weltweiten Netzwerkes. Durch das Hinzufügen semantisch aussagekräftiger Informationen sollen sämtliche WWW-Inhalte für den komfortablen Datenzugriff bereit stehen. Hierfür wurden bereits eine Reihe von Web-Standards vorgeschlagen. Mit ihnen soll die Bedeutung von Informationen auf eine standardisierte Weise beschrieben werden. Diese durch Metadaten hoher Qualität angereicherten Internet-Inhalte sollen so maschinell auswertbar werden. Dublin Core beispielsweise ist eine Initiative zur Definition standardisierter Basis-Metadaten wie beispielsweise „Autor“. Damit ähnelt das Internet sozusagen einem klassifizierten Dokumentenbestand in einem Dokumentenmanagement-System. Beim Resource Description Framework (RDF) handelt es sich hingegen um eine allgemeine XML-Notation, die das Definieren von Metadaten erlaubt. Somit ist es möglich, eigene Metadatentypen zu erstellen und in einer einheitlichen Syntax zu beschreiben. Mit Topic Maps können nicht nur Metadaten, sondern ganze Zusammenhänge und Modelle dargestellt werden. Kennt man beispielsweise nur die Sowjetunion, kann man dennoch auch Dokumente aus Russland finden, da die Beziehung in den Daten vermittelt wird. Die Web Ontology Language (OWL) schließlich erlaubt dem Anwender nicht nur dieses Schlussfolgern, also den Schluß, dass Russland und die Sowjetunion in Beziehung stehen, sondern ermöglicht auch den Einsatz von Schlußfolgerungssystemen.
Neugründung des Instituts für Wirtschaftsinformatik - uniprotokolle (Pressemitteilung)
Sony: 'Emergente Semantik' soll Internet klüger machen - EETimes.de
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